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Angesichts der Klimakrise werden im Rahmen des Projekts AURORA die Menschen, insbesondere Studierende, in den Mittelpunkt der Energiewende gerückt. Mithilfe digitaler Instrumente, Gemeinschaftsinitiativen und erfahrungsbasiertem Lernen wird demonstriert, wie alltägliche Entscheidungen zu globalen Nachhaltigkeitszielen beitragen können.
Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht die innerhalb von AURORA entwickelte Energy Tracker-App zur Nachverfolgung des Energieverbrauchs. Sie steht für Android- und iOS-Systeme zur Verfügung und quantifiziert die CO2-Emissionen der Nutzenden in Form von Heizung, Stromverbrauch und Verkehr, wobei sie gleichzeitig personalisierte Beratung anbietet. „Die Energy Tracker-App zeichnet die von den Nutzenden verursachten CO2-Emissionen genau auf und stellt die Ergebnisse anhand eines CO2-Kennzeichnungssystems dar“, erklärt Ana Belén Cristóbal López, Projektkoordinatorin im Auftrag der Polytechnischen Universität Madrid. Die Nutzerinnen und Nutzer können ihre eigenen Emissionen nachverfolgen und erhalten maßgeschneiderte Empfehlungen, wie sie ihren Energieverbrauch senken können. Außerdem ist sichtbar, wie Investitionen der Gemeinschaft in erneuerbare Energien in ihrer Umgebung dazu beitragen können, ihren CO2-Fußabdruck auszugleichen.
Reale Wirkungen durch dezentral erzeugte erneuerbare Energie
Das Team von AURORA unterstützte in fünf Ländern in Gemeinschaftsbesitz befindliche Photovoltaikanlagen, etwa eine große Solaranlage auf dem Dach der Universität Aarhus in Dänemark. Studierende und Personal können einen kleinen Teil ihrer Ersparnisse in diese Anlagen investieren und dabei von Zinseinkünften profitieren, die meist über den vom Bankensektor angebotenen Zinssätzen liegen.
Die Energy Tracker-App zeigt den Nutzenden, wie diese erneuerbare Energie ihren persönlichen CO2-Fußabdruck ausgleicht. Cristóbal López erklärt dazu: „Dank AURORA können sich Küchenpersonal, Reinigungskräfte und Studierende für wenig mehr als den Preis eines Biers an der Energiewende beteiligen, und zwar in Form von Energie, die billiger als die aus dem Stromnetz ist.“
In Madrid leistet das Colegio Centro Cultural Palomeras Pionierarbeit bei Spaniens erstem Gemeinschaftsprogramm für erneuerbare Energien in Schulen. Mit finanzieller Unterstützung der Bevölkerung vor Ort, der Polytechnischen Universität Madrid und mindestens einem internationalen Beitrag wurde die Installation im Sommer 2025 fertiggestellt. Inzwischen brachten die Universität Ljubljana in Slowenien und Forest of Dean im Vereinigten Königreich ähnliche Initiativen auf den Weg, wobei rechtliche und institutionelle Hindernisse überwunden wurden.
Energiegemeinschaften an Universitäten in die Tat umzusetzen, war mit juristischen Schwierigkeiten verbunden. An der Universität Aarhus verbrachte das Team mehr als zwei Jahre damit, die Belange der Interessengruppen zu ordnen und rechtliche Hürden zu überwinden. „Der Vollzeitunterstützung für diejenigen, die Energiegemeinschaften aufbauen, kam entscheidende Bedeutung zu“, stellt Cristóbal López fest und betont, dass die EU-Finanzierung den Erfolg dieses Programms ermöglichte.
Lehren aus Erfahrungen und zukünftige Ambitionen
Diese Projekte sind nicht nur technische Meisterleistungen, sondern verkörpern auch ein soziales Experiment in Sachen Eigenverantwortung, Befähigung zur Mitwirkung und Inklusion. In dieser Hinsicht ist die Ausrichtung von AURORA auf Studierende mehr als nur symbolisch. „Es war wichtig, mit der Generation zu arbeiten, die vom Klimawandel am meisten betroffen sein wird“, bekräftigt Cristóbal López. Dadurch, dass die Studierenden in die Nachverfolgung und Reduzierung ihrer Emissionen einbezogen werden, fördert die Herangehensweise des Projekts langfristige Verhaltensänderungen. Die ersten Ergebnisse erscheinen vielversprechend, auch wenn die Änderung von Gewohnheiten ein schrittweiser Prozess sein wird.
Mit Blick in die Zukunft bereitet sich das Projektteam darauf vor, bei all seinen Ergebnissen eine Maßstabserweiterung vorzunehmen und sie in der gesamten EU zu verbreiten. Insbesondere hat das Team eine neue, vom Europäischen Klimapakt unterstützte Arbeitsgruppe für Bürgerwissenschaften eingerichtet, mit der das Ziel verfolgt wird, die Methoden und Instrumente für den Einsatz in ganz Europa und darüber hinaus zu normen. Außerdem wird daran gearbeitet, die Energy Tracker-App mittels automatisierter Dateneingaben und regionaler Anpassungen zu optimieren. Interessengruppen außerhalb Europas sind bereits aufmerksam geworden und diskutieren gegenwärtig, wie die Tracker-App für den Einsatz in Indien angepasst werden kann.
Das AURORA-Team plant, sein Modell auf der Umweltversammlung der Vereinten Nationen 2025 der gesamten Welt vorzustellen. Auf der Grundlage der Prinzipien der offenen Wissenschaft und eines Geistes der Zusammenarbeit betrachtet das Projektteam die Bürgerwissenschaft als ein Schlüsselinstrument zum Erreichen der Klimaziele. „Wir bauen eine starke Unterstützung auf, um Menschen zu ermutigen, das zu wiederholen, was wir erreichten“, fügt Martin Brocklehurst, AURORA-Partner und Vorsitzender der Globalen Partnerschaft für Bürgerwissenschaft, hinzu.
Die Arbeit von AURORA ist ein Beispiel dafür, wie EU-finanzierte Forschung durch Basisinitiativen und digitale Innovationen Politik und Praxis miteinander verbinden und Menschen dazu befähigen kann, auf sinnvolle und messbare Weise gegen den Klimawandel vorzugehen.
