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Von Hitzewellen bis hin zu Dürren, von Starkregen bis Spätfrost: Der Klimawandel wirkt sich tiefgreifend auf die Landwirtschaft aus, stört das Pflanzenwachstum, schädigt Ernten und lässt Erträge weit weniger vorhersehbar werden.
Aber die Landwirtschaft ist nicht nur ein Opfer, sondern gleichzeitig auch eine Ursache des Klimawandels. Faktisch stellt die Landwirtschaft eine wichtige Quelle jener Treibhausgasemissionen dar, die den Klimawandel verursachen.
Vor diesem Hintergrund müssen die Landwirtinnen und Landwirte in jeder Saison Dutzende kritischer Entscheidungen darüber treffen, wann sie ihre Pflanzen bewässern, düngen, schützen oder ernten sollten. „Wenn es darum geht, diese Entscheidungen zu treffen, können sich die Landwirtinnen und Landwirte nicht mehr auf traditionelles Wissen verlassen, das auf den Wettermustern der Vergangenheit beruht“, erklärt Dionysis Bochtis, Direktor des Instituts für Bioökonomie und Agrartechnologie (CERTH) in Griechenland.
„Was sie brauchen, sind Daten, die mikroklimatische Bedingungen erfassen können, die auf der Ebene der Felder wichtig sind.“ Die Arbeit des Projekts STARGATE trägt zur Bereitstellung derartiger Daten bei.
„Wir haben ein Paket aus Instrumenten für klimaintelligente Landwirtschaft entwickelt und validiert, die lokale Wetter-, Klima-, Boden- und Anbaudaten zusammenführen, um bessere, risikobewusste Entscheidungen im landwirtschaftlichen Betrieb und in der Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums zu unterstützen“, berichtet Bochtis, der das Projekt koordiniert.
Ein digitaler Almanach
Herzstück des Projekts ist eine neue Generation hochauflösender klimaintelligenter Werkzeuge, die Satellitendaten, fortgeschrittene Wettermodelle, Sensormessungen und historische Klimaaufzeichnungen miteinander verknüpfen. „Hyperlokale Wetter- und Mikroklimadaten gestatten es uns, kurzfristige Prognosen und Frühwarnungen vor Hitzewellen, Starkregen und Frost bereitzustellen, die die landwirtschaftlichen Betriebe benötigen, um rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen ergreifen zu können“, fügt Bochtis hinzu.
Im Rahmen des Projekts wurden außerdem Klimarisikoszenarien und langfristige Klimadienste geschaffen, die zeigen, wie sich die Risiken in den kommenden Jahrzehnten weiterentwickeln werden. „Landwirtschaftsbetriebe und Behörden können diese Szenarien und Dienstleistungen nutzen, um Anpassungsstrategien zu entwickeln, die auf Fakten anstelle von Annahmen beruhen“, erläutert Bochtis.
Mit einer Reihe von taktischen und strategischen Entscheidungshilfeinstrumenten werden all diese Daten in praktische Empfehlungen für Bewässerung, Düngung, Pflanzenschutz und Erntezeitpunkt umgesetzt und somit Unsicherheiten und Betriebsrisiken reduziert. Gleichzeitig wird mit Landeignungsmodellen ermittelt, welche Anbaukulturen und Bewirtschaftungsoptionen am besten an die aktuellen und zukünftigen Bedingungen angepasst sind, sodass resilientere Anbauentscheidungen möglich werden.
Alle Projektdienstleistungen wurden vollständig in eine einzige Cloudplattform integriert. Sie wurden außerdem in mehreren Pilotregionen in Europa und im Nahen Osten erprobt. „Im Verlauf des Projekts hat sich gezeigt, dass die Landwirtinnen und Landwirte bereit sind, digitale Werkzeuge zu nutzen, wenn diese klare und messbare Vorteile bieten, etwa in Form von Verbesserungen in der Ressourceneffizienz, bei der Vorbereitung auf Klimarisiken und in Bezug auf die Ertragsstabilität“, merkt Bochtis an.
Zum Nutzen der ländlichen Gemeinschaften
Da die projekteigenen klimaintelligenten Instrumente, Prognosedienste und Entscheidungshilfesysteme in mehrere digitale Plattformen integriert wurden, profitieren die Landwirtschaftsbetriebe bereits vom Dienstleistungspaket. „STARGATE hilft durch Bereitstellung genauerer Wettervorhersagen, Klimarisikowarnungen und anbaukulturspezifischer Empfehlungen den Landwirtinnen und Landwirten dabei, Verluste durch extreme Wetterereignisse zu reduzieren, woraus eine bessere Ertragsstabilität und niedrigere Produktionskosten resultieren“, berichtet Bochtis.
Mit den Ergebnissen von STARGATE wird außerdem die Resilienz landwirtschaftlicher Unternehmen gestärkt, sodass sie mit größerer Sicherheit planen und kostspielige Fehler aufgrund unvorhersehbarer Wetterbedingungen vermeiden können. Die Anpassungsfähigkeit ländlicher Regionen wird gesteigert, wobei Klimainformationen Nichtfachleuten zugänglich gemacht werden und somit zur Stärkung ländlicher Gemeinschaften, zum besseren Wissensaustausch und zum optimalen langfristigen Umweltmanagement beigetragen wird.
„Insgesamt wird mit dem Projekt den Landwirtinnen und Landwirten zu klügeren Entscheidungen verholfen, es wird die Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel verringert und ein nachhaltigerer und wirtschaftlich lebensfähiger Agrarsektor gefördert“, bekräftigt Bochtis abschließend.
Obwohl das Projekt nun abgeschlossen ist, werden in den Pilotregionen die STARGATE-Plattform und -Daten weiterhin für Schulungen sowie zur beratenden Unterstützung und lokalen Klimaplanung genutzt. Einige der Projektpartner weiteten zudem die entwickelten Modelle auf neue Kulturpflanzen und Regionen aus, während andere neue Dienstleistungen auf der Grundlage des STARGATE-Rahmenwerks aufbauten.
