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Research and Innovation

Gemeinsam gestaltete Lösungen für gerechteren grünen Wandel

©blacksalmon #446964676 | source: stock.adobe.com
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Die Übergangsmaßnahmen im Rahmen des europäischen Grünen Deals stehen zwar für die Bewältigung der dringenden Herausforderungen von heute, aber das Risiko der Ungleichheit bleibt bestehen. Um dem entgegenzuwirken, wurden innerhalb des EU-finanzierten Projekts ACCTING gemeinsam mit marginalisierten Gruppen Klimamaßnahmen entwickelt und erprobt. Dieser Ansatz ergab eine aktivere Beteiligung und greifbare Ergebnisse.

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Ohne starke soziale Absicherungen könnten mit dem europäischen Grünen Deal unbeabsichtigt soziale Ungleichheiten, insbesondere für einkommensschwache Haushalte und gefährdete Gemeinschaften, vertieft werden.

„Dies könnte bedeuten, dass Randgruppen, Frauen und Zugewanderte nur begrenzten Zugang zu grünen Chancen erhalten, während sie gleichzeitig am stärksten den erhöhten Gefahren ausgesetzt sind. Auf einer anderen Ebene geht es darum, dass einige Menschen von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen sind“, erklärt Antti Tahvanainen von der Europäischen Wissenschaftsstiftung (ESF) und Koordinator des Projekts ACCTING.

Das Projekt ACCTING erwuchs aus Forschungsarbeiten, die diese Ungleichheiten detailliert aufzeigten, darunter auch, wie wohlhabendere Gebiete von grünen Investitionen profitieren könnten, während Regionen, die von der fossilen Brennstoffindustrie abhängig sind, Arbeitsplatzverluste hinnehmen müssen und ländliche Gemeinschaften aufgrund schlechter Infrastruktur in die Gefahr geraten, von Chancen ausgeschlossen zu werden.

Die Erkenntnisse im Rahmen von ACCTING gehen über die strukturelle Analyse hinaus und zeigen auf, wie Prozesse zur Gestaltung und Umsetzung des grünen Wandels tatsächlich sozioökonomische Ausgrenzung verstärken können.

„Politische Maßnahmen reproduzieren oder verschärfen oft Ungleichheiten, wenn gefährdete Gruppen keinen Zugang zu Ressourcen, Netzwerken und Handlungsmacht erhalten und wenn Lösungen eine ebenbürtige Handlungsfähigkeit voraussetzen, die oft nicht gegeben ist. Unsere Arbeit verdeutlicht, wie diese Grundannahme das Versprechen des Grünen Deals, ‚niemanden zurückzulassen‘, gefährdet“, fügt Sofia Strid von der Universität Göteborg hinzu.

Die Forscherinnen und Forscher fordern einen grünen Wandel, der inklusiver und partizipatorischer ausgeprägt ist und die unterschiedlichen Lebensrealitäten, etwa in Bezug auf Geschlecht, Einkommen, Alter, ethnische Herkunft und Behinderungen, berücksichtigt.

Bürgernahe Lösungen mit nachhaltiger Wirkung

Das Team von ACCTING arbeitete zunächst mit einem Netzwerk nationaler Fachleute zusammen, um 700 grüne Basisinitiativen in 34 Ländern zu erfassen und die vielversprechendsten unter diesen zu ermitteln. Um die Projektarbeit auf reale Praktiken und gelebte Erfahrungen zu stützen, wurden außerdem Interviews mit 400 marginalisierten Personen in dreizehn Ländern geführt.

„Wir beabsichtigten sicherzustellen, dass diejenigen, die am meisten von grüner Politik betroffen sind, auch dazu beitragen, herauszufinden, was es den einfachen Menschen ermöglicht und was sie daran hindert, sich dem grünen Wandel anzuschließen“, erklärt Strid.

Ergebnis dessen waren acht thematische Forschungsansätze mit 41 experimentellen Studien, um zu bewerten, wie das Zusammenspiel von Verhaltensweisen, Ungleichheiten und Strategien des Grünen Deals den Erfolg dieser Initiativen beeinflusst. Dazu werden beispielsweise die Hindernisse beim Zugang zu gesunden Lebensmitteln untersucht, mit denen Menschen mit niedrigem Einkommen, alleinerziehende Mütter, arbeitende Eltern, Zugewanderte oder ethnische Minderheiten konfrontiert sind.

In der Zwischenzeit wurden in offenen Ateliers und partizipativen, der Ko-Kreation gewidmeten Workshops, an denen auch die Zivilgesellschaft, kommunale Gruppen und Verantwortliche der Politik teilnahmen, mit etlichen der in die engere Wahl gezogenen Optionen experimentiert.

Daraus ergaben sich zehn europäische Pilotaktionen, die sich an gefährdete Gruppen richten. Die Aktionen zielten darauf ab, die Ziele des Grünen Deal zu überprüfen, und konzentrierten sich auf eine Reihe von Themen einschließlich Energie, Mobilität, Lebensmittel und Katastrophenmanagement.

Beispielsweise wurde das Pilotvorhaben „Dialogue & Action against Wildfires“ mit dem Ziel des Dialogs und von Maßnahmen gegen Waldbrände in Griechenland ins Leben gerufen, um die Katastrophenresilienz zu verbessern. Die Bereitschaftspläne im Bezug auf Brände wurden in Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften erstellt und stützten sich auf lokales Wissen.

„Die Entwicklung grüner Initiativen mit Randgruppen erhöht nicht nur die Beteiligung, sondern führt auch zu wirksamen Verhaltensänderungen, die wirklich nachhaltige Lösungen nach sich ziehen“, berichtet Tahvanainen.

Für gerechtere und inklusivere Strategien des grünen Wandels

Die Arbeit von ACCTING bietet umsetzbare Erkenntnisse im Sinne von Strategien des grünen Wandels wie der EU-Strategie für die Anpassung an den Klimawandel und der Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ sowie des Grünen Deals selbst, die gerecht, inklusiv und letztlich wirksam sind.

Zu den von den Forscherinnen und Forschern genannten Möglichkeiten gehören: Energiegemeinschaften und nachhaltige Mobilitätskonzepte, die durch Finanzhilfen untermauert werden; städtische Initiativen für Ernährung und biologische Vielfalt, die von den lokalen Behörden in Form von Gemeinschaftsgärten unterstützt werden; sowie Freiwilligentätigkeiten für Jugendliche und bürgerschaftliches Engagement.

„Politische Maßnahmen müssen nicht nur intersektionale Belange in ihrer Gestaltung berücksichtigen, um eine breite Beteiligung zu gewährleisten, sondern auch Indikatoren für soziale Gerechtigkeit in den Bewertungsrahmen integrieren“, betont Tahvanainen. „Sie sollten außerdem gezielte finanzielle und beratende Unterstützung bieten, um Verhaltensänderungen auf den Weg zu bringen.“

Die öffentlich zugänglichen Ergebnisse von ACCTING tragen bereits dazu bei, Folgenabschätzungen der Politik im Zuge des Grünen Deals zu konkretisieren: Die Klimastrategie und der Aktionsplan der schwedischen Gemeinde Örebro wurden unter Mitwirkung von ACCTING entwickelt, und Anfang 2025 wurde von der Stadt Rom eine neue Verordnung verabschiedet, die besagt, dass generell nur soziale Inklusion fördernde Energie- und Solidaritätsgemeinschaften für eine Unterstützung in Frage kommen.

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Einzelheiten zum Projekt

Kurztitel des Projekts
ACCTING
Projekt-Nr.
101036504
Projektkoordinator: France
Projektteilnehmer:
Austria
Belgium
France
Germany
Greece
Italy
Norway
Portugal
Romania
Sweden
Türkiye
Aufwand insgesamt
€ 4 996 441
EU-Beitrag
€ 4 996 441
Laufzeit
-

Siehe auch

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