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Research and Innovation

Frühstückszerealien vor Pilzbefall schützen

©New Africa #217627537 | source: stock.adobe.com
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Im EU-finanzierten Projekt MycoTWIN wurde eine der größten Herausforderungen der Landwirtschaft ange-gangen: Pilzverbindungen in Lebensmitteln, beson-ders in Getreide, Nüssen und Trockenfrüchten. Im Projekt kamen Forschende des nationalen For-schungsrats von Italien (CNR-ISPA) und der Universi-tät Valencia in Spanien zusammen, um die For-schungskapazitäten in der Türkei auszuweiten. Das Ergebnis ist eine verbesserte Lebensmittelsicherheit in Europa und der Welt.

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Die Türkei ist durch das warme, feuchte Klima ein führender europäischer Lebensmittelerzeuger. Durch diese Bedingungen steigt aber auch in allen Phasen der Nahrungsmittelerzeugung und -verarbeitung das Risiko eines Pilzbefalls. Durch den fortschreitenden Klimawandel sind Mykotoxine eine zunehmende Gefahr für die Lebensmittelsicherheit in ganz Europa.

Forschungsmethoden voranbringen

Das Hauptziel im Projekt MycoTWIN war, die Kompetenzen der wissenschaftlichen und technologischen Forschungseinrichtung der Türkei (TÜBİTAK) im Bereich Mykotoxinforschung zu stärken. Daher wurde über Partnerschaften der TÜBİTAK mit führenden EU-Einrichtungen der Zugang zu hochmoderner Technologie und Methodik bereitgestellt – damit Mykotoxine leichter überwacht und bekämpft werden können. Die TÜBİTAK-Forschenden nahmen an gemeinsamen Studien mit dem italienischen nationalen Forschungsrat (CNR-ISPA) und der Universität Valencia in Spanien teil, um bestmögliche Verfahren kennenzulernen und ihre Ansätze zu Lebensmittelsicherheit zu verfeinern.

„Im Projekt entstanden wertvolle Lernmöglichkeiten, da die Forschenden bei führenden Fachkräften lernen konnten“, sagt Hayrettin Özer, leitender Forscher am TÜBİTAK.

Workshops, Seminare und technischer Austausch bildeten den Grundstein der Initiative. Die Forschenden des TÜBİTAK reisten nach Italien und Spanien, um fortschrittliche Analyseverfahren, Risikobewertung und Risikominderungsstrategien kennenzulernen. Mit dieser praktischen Erfahrung konnten die Standards der Lebensmittelsicherheit am TÜBİTAK verbessert werden.

Durch die Zusammenarbeit wurden auch die Forschungskapazitäten des TÜBİTAK gestärkt. Unterstützt über MycoTWIN wurden die Laboreinrichtungen mit modernsten Analysemethoden und Instrumenten ausgestattet. Mit dieser Ausrüstung dient das TÜBİTAK in der Türkei weiter als Vorbild für Mykotoxinforschung, um einen Beitrag zu den europäischen Bemühungen für Lebensmittelsicherheit insgesamt zu leisten.

Intelligentere Erkennung

Einer der größten Erfolge bei MycoTWIN war die Entwicklung neuer Analysekits und Referenzmaterialien zur Erkennung von Mykotoxinen.

Das TÜBİTAK hat mit dem türkischen Unternehmen ChemCode zusammengearbeitet, um einen Prototyp eines Schnelltests auf Mykotoxine für Haselnüsse zu erstellen. Diese sind besonders wichtig, da aus der Türkei mehr als 70 % der globalen Haselnussexporte stammen.  

Mit den neuen Instrumenten ist eine schnellere und genauere Befallsbewertung möglich, sodass schnell gegen Mykotoxine vorgegangen werden kann. Die Dauer des Tests wurde von Tagen auf Minuten reduziert, sodass mit dem Testkit die Anzahl der Lieferungen, die aufgrund von Pilzbefall abgelehnt werden, um 50-80 % sinkt. Das entspricht jährlichen Einsparungen von 9-14,4 Mio. EUR für die Erzeugerbetriebe.

Neben der Erkennung arbeitete das Team auch daran, Pilzbefall an der Quelle zu verhindern. Die Forschenden prüften neue Überwachungsverfahren und Interventionsstrategien. „Mykotoxine noch vor der Ausbreitung zu stoppen ist noch wichtiger als die Erkennung. Mit unserer Forschung ist das möglich“, erklärt Özer.

DAs Team hat auch die Biokonservierung mit Milchsäurebakterien (die in der Nahrungsmittelerzeugung bereits eingesetzt werden) geprüft, um die Erzeugnisse zu entgiften und dem Mykotoxinwachstum entgegenzuwirken. Der nachhaltige Ansatz stellt eine Alternative zu chemischen Fungiziden dar, sodass die Umweltbelastung sinkt und Lebensmittel weiterhin sicher sind.

Außerhalb des Labors

MycoTWIN beschränkte sich nicht auf die Forschung im Labor. Das Team arbeitete aktiv mit der Lebensmittelindustrie zusammen und besuchte große Unternehmen in der Türkei und in der EU, um deren Qualitätskontrollverfahren zu betrachten.

„Der Umgang der Industrie mit Problemen der Lebensmittelsicherheit ist wichtig, um unsere eigenen Ansätze zu optimieren“, meint Özer. Bei diesen Besuchen wurde die wissenschaftliche Entwicklung bei MycoTWIN auf die Anforderungen der Industrie ausgerichtet, um die weitreichende Umsetzung zu erleichtern.

Das Team hat auch Workshops und Veranstaltungen organisiert, bei denen Forschende, Fachkräfte der Industrie und die Politik zusammenkamen, um Herausforderungen und Lösungen für den Umgang mit Mykotoxinen zu besprechen. Als Unterstützung der nächsten Forschungsgeneration hat das Team zudem für 185 Nachwuchsforschende aus der Türkei und der EU acht praktische Sommerkurse am CNR-ISPA und der Universität Valencia eingerichtet.

„Bei den Sommerkursen können Nachwuchsforschende lernen, zusammenarbeiten und Beziehungen für ihre gesamte berufliche Laufbahn aufbauen“, so Özer.

Der Weg zum Erfolg

MycoTWIN endet zwar, aber die Wirkung bleibt erhalten. Es wurden neue nationale Projekte gestartet, und es werden weitere Forschungsarbeiten durchgeführt (u. a. die von Horizon finanzierten Projekte AQUASERV und METROFOOD-EPI). Über diese neuen Projekte wird sichergestellt, dass die Fortschritte in der Mykotoxinforschung und dem Umgang mit Mykotoxinen zu einer sichereren Nahrungskette in Europa beitragen.

„Mit dem Projekt wurde das Forschungswissen ausgebaut und eine Grundlage für die kontinuierliche Innovation im Bereich Lebensmittelsicherheit und -qualität gebildet, um ein resilienteres System für die Türkei und Europa sicherzustellen“, schließt Özer.

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Einzelheiten zum Projekt

Kurztitel des Projekts
MycoTWIN
Projekt-Nr.
952337
Projektkoordinator: Türkei
Projektteilnehmer:
Italien
Spanien
Türkei
Aufwand insgesamt
€ 899 806
EU-Beitrag
€ 899 806
Laufzeit
-

Siehe auch

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